Eigenschaften und Anwendungsgebiete von Gewindeeinsätzen

Bohrer und Werkzeug mit Gewinde

Ein Gewindeeinsatz dient der Herstellung von Innengewinden für eine Schraubverbindung, indem ein Hohlzylinder mit diesem Innengewinde in den Werkstoff eingesetzt wird. Dieses Verfahren wird auch bei Dübeln angewandt. Bei den Gewindeeinsätzen wird zwischen unterschiedlichen Bauformen differenziert.
Ein Gewindeeinsatz ist ein zylinderförmiges Rohr aus Metall mit Innengewinde. Solche Gewindeeinsätze sind hierfür gedacht, in Bohrlöcher gesetzt zu werden, damit diese eine Gewindefassung bereitstellen, welche die Bolzen, Schrauben und andere Befestigungselemente gedreht werden können. Außerdem sind Gewindeeinsätze mit einem Außengewinde möglich, um bereits vorhandene Gewinde zusätzlich zu verstärken oder auch um beschädigte Gewinde reparieren zu können. Gewindeeinsätze für thermoplastische Kunststoffe sind spezialisiert und erfordern einen bestimmten Ansatz. Die Einsätze werden durch Erhitzen des Metalleinsatzes auf die geforderte Temperatur installiert. Ist die Temperatur erreicht, wird der Gewindeeinsatz auf den jeweiligen Kunststoff gepresst. Durch die Hitze des Metalls schmilzt der Kunststoff und der Einsatz passt so in die Position. Wenn der Kunststoff sich abkühlt, bekommt der Einsatz einen besonders festen Sitz. Gewindeeinsätze für Metall besitzen stets ein Außengewinde. Dieser Einsatz wird einfach nach dem Gewindemaß ausgewählt und danach in die vorhandene Gewindebohrung geschraubt. Für Holz können Einpress- und Gewindeeinsätze angewandt werden. Wird Hartholz angewandt, ist es empfehlenswert, dass die Bohrung größer ist als der Einsatz, um ihn mit einem Klebstoff zu befestigen. Harthölzer können leichter reißen als andere Hölzer. Gewindeeinsätze sind in verschiedenen Ausführungen und Materialien sowie mit metrischen Gewindearten für jegliche Art ihrer Anwendung erhältlich.

Drahtgewindeeinsätze kommen am häufigsten zur Anwendung. Sie schaffen eine hochbelastbare Verbindung in metallischen Werkstoffen mit geringer Festigkeit und sind bereits seit etwa 50 Jahren in der Praxis im Einsatz. Drahtgewindeeinsätze werden aus einem profilierten Draht zu einer Wendel geformt, die federt. Der Mitnehmerzapfen, der ebenfalls zur Montage benötigt wird, ist nach der Montage an der Sollbruchstelle abgetrennt, dass ein Durchgangsgewinde gebildet wird, welches je nach Ausführung des aufnehmenden Gewindes einem ISO-Mutterngewinde entspricht. Durch das Einsetzen eines solchen Drahtgewindeeinsatzes wird die Gewindeverbindung direkt erzeugt, die verschleißfest und gleichzeitig auch korrosionsbeständig ist.
Drahtgewindeeinsätze zeichnen sich besonders durch ihre hohe Verschleißfestigkeit, eine hohe Oberflächengüte sowie eine gute Korrosions- und Wärmebeständigkeit aus. Die vorgegebenen Leistungsgrenzen, die vom Muttergewinde und auch von der Festigkeit des Werkstoffes ausgehen, werden durch die bewährte Technologie zusätzlich erhöht. Bei der Anwendung eines Drahtgewindeeinsatzes einige Arbeitsschritte nötig. Hierzu gehören das Kernlochbohren, die Erzeugung des Aufnahmegewindes und der Einbauvorgang. Hierzu wird der Gewindeeinsatz eingelegt. Dieser Einbau ist sowohl mit hand- und auch mit maschinellen Einbauwerkzeugen oder auch mit Einbauautomaten möglich. Ein Drahtgewindeeinsatz wird mit dem Mitnehmerzapfen nach unten gerichtet auf die Einbauspindel geschraubt, danach in die Vorspannpatrone gelegt oder auf das sogenannte Überwurfwerkzeug gesteckt und auf das Gerät für die Gewindebohrung gesetzt.
Die Marke Ensat ist besonders bekannt für qualitativ hochwertige Gewindeeinsätze.